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Die Meditationssitzung


Eine qualifizierte Meditationssitzung besteht aus fünf Stufen:

1. Vorbereitung
2. Kontemplation
3. Meditation
4. Widmung
5. Anschließende Praxis

1. Vorbereitung

Es ist üblich, mit den vorbereitenden Übungen zu beginnen. Sie bereiten unseren Geist für eine erfolgreiche Meditation vor, indem sie Hindernisse, die durch unsere früheren negativen Handlungen verursacht wurden, reinigen, unseren Geist durch Verdienste kraftvoll machen und ihn durch die Segnungen der Buddhas und Bodhisattvas inspirieren.

Wenn Sie möchten, können Sie diese vorbereitenden Übungen ausführen, indem Sie die Sadhana Gebete für die Meditation rezitieren und dabei über ihre Bedeutung nachdenken. Eine Audio-Version dieses Gebetes finden Sie hier.

Oder Sie können einfach ein besonderes von Geshe Kelsang Gyatso verfasstes Gebet an Buddha rezitieren.

2. Kontemplation

Sinn der Kontemplation ist, den Geist zum Objekt der verweilenden Meditation zu führen. Wir tun dies, indem wir verschiedene Argumentationen benutzen, über Analogien und über die Schriften nachdenken.

Es ist hilfreich, die im Meditationshandbuch dargelegten Kontemplationen auswendig zu lernen, so dass wir meditieren können, ohne im Text nachschauen zu müssen.

Die Kontemplationen, die in diesem Buch aufgeführt werden, sind nur als Richtschnur zu verstehen. Wir sollten sie mit Argumentationen und Beispielen, die uns hilfreich erscheinen, bereichern.

3. Meditation

Wenn uns das Objekt aufgrund unserer Kontemplation klar erscheint, sollten wir mit der analytischen Meditation aufhören und uns einsgerichtet auf das Objekt konzentrieren. Diese einsgerichtete Konzentration ist der dritte Teil, die eigentliche Meditation.

Wenn wir mit dem Meditieren beginnen, ist unsere Konzentration schwach; wir werden leicht abgelenkt und verlieren oft das Meditationsobjekt. Daher werden wir anfangs vermutlich einige Male in jeder Sitzung zwischen analytischer und verweilender Meditation hin- und herwechseln müssen.

Wenn wir beispielsweise über Mitgefühl meditieren, beginnen wir damit, dass wir über die vielfältigen Leiden, die von Lebewesen erfahren werden, nachdenken, bis ein starkes Gefühl von Mitgefühl in unserem Herzen entsteht. Wenn dieses Gefühle entsteht, meditieren wir einsgerichtet darüber.

Wenn das Gefühl nachlässt oder unser Geist zu einem anderen Objekt wandert, sollten wir zur analytischen Meditation zurückkehren, um das Gefühl wieder in unserem Geist entstehen zu lassen. Wenn das Gefühl in unserem Geist wiederhergestellt ist, beenden wir wiederum die analytische Meditation und halten das Gefühl mit einsgerichteter Konzentration.

Sowohl Kontemplation wie Meditation dienen dazu, unseren Geist mit tugendhaften Objekten vertraut zu machen. Je vertrauter wir mit solchen Objekten sind, desto friedvoller wird unser Geist.

Indem wir uns in Meditation schulen und in Einklang mit den Einsichten und Absichten, die wir während der Meditation entwickelt haben, leben, werden wir irgendwann fähig sein, dauerhaft einen ruhigen Geist zu bewahren – unser ganzes Leben lang.

Ausführlichere Anleitungen zur Kontemplation und Meditation im allgemeinen finden Sie in Das Neue Meditationshandbuch, in den Büchern Einführung in den Buddhismus, Verwandle Dein Leben, Freudvoller Weg und Allumfassendes Mitgefühl.

4. Widmung

Die Widmung lenkt die in der Meditation erzeugten Verdienste in Richtung der Erlangung der Buddhaschaft. Wenn Verdienste nicht gewidmet werden, können sie leicht durch Wut zerstört werden.

Indem wir am Ende jeder Meditationssitzung aufrichtig Widmungsgebete rezitieren, stellen wir sicher, dass die Verdienste, die wir durch die Meditation erschaffen haben, nicht verloren gehen, sondern als eine Ursache zur Erleuchtung dienen.

5. Anschließende Praxis

Diese besteht in einem Ratschlag, wie wir die Meditation in unser tägliches Leben integrieren können. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass Dharma-Praxis nicht auf unsere Aktivitäten während der Meditationssitzungen beschränkt ist, sondern unser gesamtes Leben durchdringen sollte.

Wir sollten nicht erlauben, dass sich eine Kluft zwischen unserer Meditation und unserem täglichen Leben entwickelt, denn der Erfolg unserer Meditation hängt von der Reinheit unseres Verhaltens außerhalb der Meditationssitzung ab.

Wir sollten zu jeder Zeit unseren Geist beobachten, indem wir Achtsamkeit, Wachsamkeit und Gewissenhaftigkeit anwenden; und wir sollten versuchen, jegliche schlechten Gewohnheiten, die wir haben mögen, aufzugeben.

Eine tiefe Erfahrung vom Dharma ist das Ergebnis eines praktischen Trainings, das über eine lange Zeit ausgeführt wurde – sowohl während der Meditation wie in den Meditationspausen. Daher sollten wir stetig und sanft praktizieren, ohne schnelle Ergebnisse zu erwarten.

Um es noch einmal zusammen zu fassen: unser Geist ist wie ein Feld. Die vorbereitenden Übungen auszuführen ist wie das Feld vorzubereiten, indem wir die durch unsere vergangenen negativen Handlungen geschaffenen Hindernisse aus dem Weg räumen, es mit Verdiensten düngen und mit den Segnungen der Heiligen Wesen wässern. Kontemplation und Meditation sind wie das Säen guter Samen und Widmung und anschließende Praxis sind die Methoden, um die Ernte der Dharma-Realisationen zum Reifen zu bringen

 

 

 

 

 

 

 

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Letzte Aktualisierung: 11.03.2010     © Copyright Serlingpa-Zentrum für Buddhismus e.V. Wiesbaden und Tharpa-Verlag 

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